Vorlesefunktion

Preisträger des BIM-Preis Bayern 2025

Unter großem Termindruck entstehen in Bremerhaven innerhalb von nur rund 3,5 Jahren -bis Herbst 2025- drei Schulen und zwei Sporthallen: die Neue Oberschule Lehe, die Neue Grundschule Lehe sowie das Schulzentrum Hamburger Straße in Geestemünde. Dieses ambitionierte Großprojekt verleiht der Stadt dringend benötigte, zukunftsweisende Bildungsräume. Zudem setzt es deutschlandweit Maßstäbe im Bereich innovativer Projektabwicklung mit IPA, BIM und LEAN-Methoden. Der Anteil an Beginnern war anfangs hoch, durch eine gute, digitale Zusammenarbeit wurde das Projekt zum Erfolg.

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Die Bauaufgabe dieses Projekts des Stuttgarter Projektentwicklers PHOENIX Living GmbH besteht in der Umnutzung denkmalgeschützter Klinikgebäude zu Wohnzwecken. Die Objektplanung, sowie die Ausschreibung und Vergabe wurde durch das Architekturbüro SIIN GmbH übernommen. Das Projekt umfasst um 1910 errichtete Jugendstilgebäude der Gebäudeklasse 4 und 5. Diese sind Teil eines denkmalgeschützten Ensembles. Insgesamt entstehen 92 Wohneinheiten (WE), im größeren Gebäude (CS61) 80 WE und im kleineren Gebäude (CS63) 12 WE. Der historische Dachstuhl wird im Zuge der Umnutzung vollständig ausgebaut, sodass zusätzliche Geschosse (Dachgeschoss und Spitzboden) für Wohnzwecke nutzbar werden. Erste Bauabschnitte befinden sich aktuell in der Ausführung. Die Baugeschichte ist von zahlreichen Eingriffen geprägt: In den 1950er-, 1980er- und 1990er-Jahren wurden die Gebäude mehrfach saniert und umgebaut. Die Herausforderung liegt daher sowohl in der konsequenten Erfassung der Umbaumaßnahmen und statischen Ertüchtigungen als auch in der Entwicklung einer konsistenten Planung für die künftige Wohnnutzung. Diese vielschichtigen Veränderungen erfordern eine präzise digitale Arbeitsweise und eignen sich hervorragend für die Anwendung von BIM-Methoden.

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Die Neue Pinakothek, einer der größten Museumsneubauten Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde in den Jahren 1975 bis 1980 nach den Plänen des Architekten Alexander von Branca im Stil der Postmoderne erbaut. Das Innere des gegenüber der Alten Pinakothek (Leo von Klenze) gelegenen Baus besteht aus zwei Trakten: Während in den 22 Sälen und 11 Kabinetten bedeutende Kunstwerke des 19. Jahrhunderts ausgestellt sind, beherbergt der westliche Teil des Gebäudes die Direktion der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, ein kunstwissenschaftliches Institut, eine Bibliothek, Restaurierungsateliers und Labore. Die Sanierung soll das Gebäude technisch und funktional an die über die Jahrzehnte veränderten Nutzungsanforderungen anpassen. Im Zentrum stehen dabei Schadstoff- und Brandschutzsanierung, technische Ertüchtigung und Lichtkonzept. Den Planungsauftrag erhielt 2015 eine Arge aus Caruso St. John (London) und Hild und K Architekten.

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Die Maßnahme „St 2060 Rinnen- und Felssicherung Linderhof“ wurde von der HTB Baugesellschaft mbH – einer Tochterfirma der Swietelsky AG – 2024 bzw. 2025 umgesetzt und realisiert.
Ziel war die Sicherung alpiner Gefahrenbereiche entlang der Staatsstraße St 2060 durch punktgestützte Felssicherung, einen rückverankerten Randbalken sowie die Errichtung eines Geschiebesammlers. Zusätzlich wurde der betroffene Straßenabschnitt inklusive Entwässerungsschacht vollständig erneuert.
Die BIM-Methodik wurde konsequent als openBIM-Strategie umgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Ausführenden und BIM-Koordination erfolgte über die CDE Catenda, die vom Staatlichen Bauamt Weilheim bereitgestellt wurde. Alle Modelle, Berichte, BCF-Kommentare und Fortschrittsdokumentationen wurden dort strukturiert abgelegt und versioniert.
Die Modellierung erfolgte gewerkeübergreifend: Die Felsvernetzung inkl. Steinschutzsysteme wurde mit Allplan modelliert, basierend auf Punktwolken und geotechnischen Vorgaben. Die Straßentrasse und der Geschiebesammler wurden in ProVI geplant, inklusive Achsdefinition, Gradiente, Querneigungsband und Entwässerung. Die Baustelleneinrichtung, Logistikplanung, LV-Verknüpfung und Terminplanung wurden über definierte Parameter in Desite MD Pro durchgeführt. Die Abrechnung erfolgte modellbasiert über iTWO, wobei die Mengen aus Desite und iTWO identisch ermittelt wurden – ein Beleg für die hohe Datenkonsistenz.
Eine besondere Herausforderung bestand in der durchgängigen Nutzung der digitalen Daten über alle Projektphasen hinweg. Die ProVI-Datenbank des Planers wurde direkt übernommen und in der
Angebots- sowie Ausführungsphase weiterverwendet. Dadurch konnte ein verlustfreier Übergang zwischen Planung und Ausführung realisiert werden – ein gelebtes Beispiel für openBIM in der Praxis.

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Weg zu BIM als Treiber für Transparenz, Nachhaltigkeit & Effizienz“; Mit dem Projekt „Wohnen am Henning Bach“ in Markt Schwaben zeigt die Riedel Bau AG, wie modellbasierte Arbeitsweisen schon in frühen Projektphasen Mehrwert schaffen. Von der Baugrubenplanung über eine nachhaltige Umplanung bis zur Umsetzung wurde BIM konsequent eingesetzt, um Risiken zu minimieren, Entscheidungen zu beschleunigen & die Zusammenarbeit zu optimieren. Dies ermöglicht einen EH 40 QNG Plus Standard mit hoher Energieeffizienz. In Ergänzung zu den gewählten Baumaterialen wurde mit der Gemeinde ein Mobilitätskonzept erarbeitet, welches seinen Teil zum Thema Nachhaltig beiträgt.

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Nominierungen

Nicht das Streben nach mehr Platz, sondern der Traum vom besonderen Wohnen zog die Familie Schneider an diesen Hang. Nur wenige Schritte vom größeren Haus der Großeltern entfernt, und doch eine andere Welt: steil, von Obstbäumen übersät, durchzogen von Trampelpfaden und Terrassen, die über Jahrzehnte von Schafen gezeichnet wurden. Diese Spuren wurden zur Inspiration – ein Muster, das zeigt, wie sich Wege und Ebenen in der Steigung anlegen lassen.
Jahrzehntelang galt das Grundstück als „nicht bebaubar“. Erst durch die Neuziehung der Ortsgrenze entstand ein schmaler Korridor für die Umsetzung. Ein Projekt, das von Anfang an von Beharrlichkeit und Eigeninitiative getragen war – und ebenso von einer klaren Entscheidung: den gesamten Prozess konsequent digital, im Sinne von BIM, zu gestalten.

Mit dem Projekt „Neubau eines Bürogebäudes mit Lager- und Produktionshalle“ wurde ein Bauvorhaben umgesetzt, das für die Entwicklung des BIM-Einsatzes innerhalb der Unternehmensgruppe Glöckle von großer Bedeutung war. Wir haben den Auftrag als GU erhalten, nachdem Entwurf und Baugenehmigung bereits abgeschlossen waren. Für die Ausführungsplanung wurde unsere interne Architekturabteilung beauftragt, die Statik wurde ebenfalls intern vergeben. Für die technische Gebäudeausrüstung waren mehrere externe Fachplaner eingebunden: HLS und ELT. Außenanlagen wurden jedoch nicht im BIM-Prozess bearbeitet.
Seit 2023 setzen wir in unserem familiengeführten Unternehmen alle Schlüsselfertigbau-Projekte nach einem klar strukturierten Open-BIM-Stufenmodell um. Dieses orientiert sich an der Baukostensumme und an der planerischen Komplexität, insbesondere im Hinblick auf die TGA-Planung. So lässt sich der Einsatzgrad von BIM gezielt auf jedes Projekt zuschneiden: Von einer schlanken Anwendung mit Fokus auf Massen und Leistungsverzeichnisse bis hin zum vollständigen Open-BIM-Prozess mit externer Gesamtkoordination. Damit erreichen wir nicht nur eine bessere Effizienz, sondern auch eine ausgewogene Balance zwischen Planungsaufwand und Wirtschaftlichkeit.

Das Projekt umfasste die Brückenbauarbeiten für die Erneuerung der kleinen Naabbrücke im Zuge der Staatsstraße St 2151 in Schwarzenfeld. Neben der Erneuerung des Bestandsbauwerks wurde eine Behelfsbrücke errichtet, um den Verkehr während des Abbruchs und der Bauzeit des Ersatzneubaus aufrecht erhalten zu können.
Angrenzend an die kleine Naabbrücke verläuft eine Stützwand, für die ursprünglich nur eine Kappensanierung vorgesehen war. Während der Baumaßnahme stellte sich heraus, dass auch diese komplett erneuert werden muss, wodurch das Projektvolumen von 8 Mio. Euro auf ca. 14,4 Mio. Euro anstieg.
Die Rahmenbedingungen bei diesem Projekt stellten das Baustellenteam vor große Herausforderungen. Die Bestandspläne aus den 50er Jahren stimmten mit dem IST-Zustand in der Realität oft nicht überein. Auch die Substanz der Bestandsbauerwerke befand sich in einem schlechteren Zustand als zunächst angenommen, weshalb es während der Bauzeit häufig zu Änderungen in der Planung kam.

Das Projekt DonauTower war von Anfang an vom Gedanken des partnerschaftlichen Bauens geprägt, so dass die Kollaborationsvorteile der BIM-Methodik besonders gut zum Tragen kamen. Die Datenstruktur wurde von der Bauherrin Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte eG mit ihrem Partner, der Ed. Züblin AG, vorausschauend für alle Projektphasen konzipiert und von allen Planern und Ausführenden befüllt. Zum Projektabschluss erfolgt nun die Weitergabe an den Gebäudebetrieb.

Wie gelingt es, komplexe Infrastrukturprojekte transparent, effizient und zugleich nachvollziehbar zu steuern? Diese Frage stellte sich das Bauamt Regensburg – und fand mit dem aktuellen Projekt an der Bundesstraße 299, Amberg – Neumarkt i.d.OPf., eine Antwort, die zeigt, wie digitale Methoden den Alltag einer öffentlichen Bauverwaltung verändern können.
Von Beginn an stand die Idee im Mittelpunkt, Auftraggeber und Auftragnehmer auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzubringen. Dieser digitale Arbeitsraum wurde zum Hebel für die baubetriebliche und übergreifende Optimierung von Abläufen: Analoge Zwischenschritte entfielen, Medienbrüche wurden vermieden und der Baufortschritt wurde für alle Beteiligten transparent nachvollziehbar. Anstatt Informationen in einzelnen Silos zu verwalten, wurden Daten, Pläne und Dokumentationen zentral gebündelt und so bereitgestellt, dass alle Beteiligten – unabhängig vom Standort – jederzeit auf aktuelle, strukturierte Projektdaten zugreifen konnten. Drohnenbefliegungen mit Orthofotos ließen sich unmittelbar zur Baufortschrittskontrolle einsetzen.
GNSS-Rover-Daten und Maschinensteuerung wurden über beidseitigen Datenaustausch integriert: Soll-Daten aus der Planung flossen in die Maschinensteuerung, Ist-Daten und Messwerte zurück in die Plattform. Abrechnungen wurden durch moderne Laserscanner abgesichert.
Ergänzt wurde dies durch Planungsunterlagen sowie die Nutzung von DEM-Tools für präzise Massenberechnungen. Auf dieser Grundlage entstand ein durchgängiger digitaler Workflow, der eine frühzeitige Entscheidungsfindung, den systematischen Variantenvergleich sowie die transparente und geordnete Vorbereitung der Arbeitsschritte ermöglichte und dadurch die Prozesse auf operativer, wie auf übergeordneter Ebene deutlich verbesserte.

Jury

BIM-Cluster Bayern Mitglieder:

  • Ariane Betz in Stlv. von Dr. Peter Endisch (StMB)
  • Dr. Markus Hennecke (BayIka-Bau)
  • Klara Santer (LBB)
  • Gunther Wölfle (bs)
  • Martin Schneider (BBI)
  • Rainer Post (ByAK)
  • Christian Peetz (LBD)
  • Ralf-Stefan Golinksi (Herausgeber BIM-MAGAZIN)

Vorprüfung und Sitzungsvorbereitung erfolgte durch Holger Schiffers (StMB)

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